Landhausdielen Technik

Landhausdielen: Dielen für das Landhaus

So genannte „Landhausdielen“ entsprechen optisch einer Massivholzdiele: Einfach gesagt: Eine Massivholzdiele ist ein langes Stück Holz, das aus dem Stamm eines Baumes heraus gesägt wurde.

Das war in früheren Zeiten die einfachste, günstigste und gleichzeitig eine robuste Art, einen Fußboden zu installieren.

Im Gegensatz zum Landhaus ließen die Menschen im Stadthaus aus kleinen Parkettstäbchen unterschiedlicher Farbe sehr aufwändige Mosaike verlegen. Je höher der Status und das Einkommen, desto kunstvoller wurde der Fußboden.

Heute wird an den Landhausdielen die naturnahe Optik geschätzt.

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Vom Baumstamm zur Massivholzdiele

Wie aus einem Baumstamm mit einer historischen Sägemaschine Bretter gesägt werden, sehen Sie hier auf Youtube.

Wenn aus dem Schnittholz im zweiten Schritt die Dielen herausgesägt werden, ist darauf zu achten, dass das Herz des Baumstammes (die Mitte) nicht verwendet wird, da hier die größten Spannungen auftreten.

Die Holzbretter werden zu Massivholzdielen weiter verarbeitet:

  • Zusägen auf Breite und Länge
  • Mit einer Fräse werden an allen vier Seiten die Nut oder die Feder angebracht
  • Die Unterseite bekommt Rillen, das verringert Spannungen
  • Die Oberseite wird geschliffen und oft vorgeölt

Das Ergebnis ist eine verlegefertige Massivholzdiele.

In Historischen Gebäuden sieht man, dass die Fußbodendielen ohne Nut und Feder Verbindung nebeneinander liegen und mit Nägeln auf der Unterkonstruktion befestigt sind.
Der Grund dafür ist, dass vor der Industriellen Herstellung der Holzdielen noch keine Nut oder Feder angebracht werden konnte.

Landhausdiele: Holzfurnier auf Unterkonstruktion

Nun geht es aber noch einen Schritt weiter.

Technisch gesehen ist die Landhausdiele keine Massivholzdiele, sondern ein Fertigparkett mit ca. 3 bis 4 mm Hartholznutzschicht, die auf einer Unterkonstruktion verklebt ist.
Weil die Nutzschicht aus einem einzigen Stück besteht, spricht man von „1-Blatt Parkett“.

Im Englischen heißt „Fertigparkett“: „engineered parquet“, was man mit „technischem Parkett“ übersetzen kann.

Bei Berg-und-Berg Parkett ist die Nut und Feder Verbindung so weiterentwickelt worden, dass sie einrasten.

Der Kanal in der Nut kann überschüssigen Kleber aufnehmen.

Dadurch kann das Parkett schwimmend verlegt werden. (Verleimung in Nut und Feder bzw. in der Sved Lock Verbindung.)

Achten Sie beim Parkettkauf nicht nur auf die Dicke der Nutzschicht, sondern auch auf die Qualität des Trägers.
Bei technischem Parkett oder Fertigparkett kann der Träger aus verschiedenen Materialien bestehen:

  • Europäische Kiefer (ziemlich hart, da kaltes Klima)
  • Pappel (oft bei chinesischem Parkett, ziemlich weich)
  • Mehrschichtige Holzplatten (Mulitplex)
  • Hoch verdichtete Holzfaserplatten (HDF Platten)

Landhausdielen benötigen wegen der Größe des Furniers einen stabilen Träger.
Europäische Kiefer (2 Schichten: der Gegenzug und die Querstäbe) sind sehr stabil. Auch die Multiplexplatten sind stabil genug, jedoch ist die große Menge an Leim ein Risiko für mögliche Ausdunstungen von Lösungsmitteln und Weichmachern.

Bei Holzböden, die verklebt werden, so dass die Stabilität der Klickverbindung gleichgültig ist, kann die Trägerschicht auch aus Pappel sein.

HDF Platten werden nur bei kleinem Stabparkett verwendet. Sie enthalten viel Leim und sind nicht stabil. Auch Stabparkett sollte eine Trägerschicht aus Echtholz haben.

Parkettproduktion der Firma HAIN

Einblick in die 3-Schicht Fertigparkett Herstellung der Firma HAIN in Rott am Inn.

2-Schicht Landhausdielen

Landhausdielen, bei denen der Träger nur aus den Querstäben besteht, haben insgesamt nur 2 Schichten und werden deswegen 2-Schicht Parkett genannt.

Der Vorteil ist die geringe Aufbauhöhe von nur ca. 10 mm.

Für die Verklebung auf dem Estrich ist dieser Holzfußboden gut geeignet. Leider gibt es im Handel nur wenig Auswahl an Größen und Farben.

Vorteile der Landhausdielen

Die Landhausdielen (technisches 3-Schicht oder 2-Schicht Parkett) haben verschiedene Vorteile gegenüber der Massivholzdiele, die aus einem einzigen Stück Holz besteht.

Die Natur hat Holz dafür entwickelt, Wasser zu den Blättern der Bäume zu leiten. Deswegen reagiert Holz sehr stark auf Wasser und Luftfeuchtigkeit. Es dehnt sich aus und zieht sich zusammen.

Da die Nutzschicht so dünn ist, sind die Kräfte des Holzes viel geringer wenn es sich ausdehnen oder zusammenziehen möchte.
Die verbleibenden Kräfte können durch den Träger (Unterkonstruktion der Parkettdiele) ziemlich gut aufgenommen werden.

  • Mehr Toleranz gegenüber Schwankungen der Luftfeuchtigkeit und der Temperatur
  • Geringere Fugenbildung
  • Größere Dielenbreiten und Dielenlängen als bei Massivholzdielen möglich
  • Geringere Aufbauhöhe (ca. 15 mm bei 3-Schicht Parkett und ca. 10 mm bei 2-Schicht Parkett)
  • Geringerer Verbrauch des wertvollen Hartholzes bei der Herstellung.
  • Möglichkeit der schwimmenden Verlegung des Holzbodens durch die Klick-Verbindung

Achten Sie auch bei technischem 1-Blatt Fertigparkett (Landhausdielen) darauf, dass die Luftfeuchtigkeit in dem Bereich bleibt, den der Hersteller in seinen technischen Merkblättern und Pflegeanweisungen angibt, um Schäden am Holzboden zu vermeiden!

Wischen Sie in jedem Fall nur nebelfeucht und mit den vorgeschriebenen Wischwasser-Pflegezusätzen, die der Hersteller vorschreibt.